Tag 22
Tag 2 der kurzfristigen Planänderung, also, Zeit für einen neuen Plan.
Queenstown gibt sich im Marketing als Action- und Erlebnis Hauptstadt Neuseelands. Was läge da also näher als etwas actionreiches zu unternehmen? Zugegeben, ich habe diese Aktivität auf dieser Reise schon einmal erlebt aber es ist eine andere Umgebung und das erste Mal war ein unbeschreiblicher Spaß.
Also, ab zum Shotover River und hinein in ein Jet Boot. Vom Prinzip her hat sich nichts geändert. Flaches Boot, starke V8 Motoren (vier Stück an der Zahl mit zusammen 900 PS) und vier steuerbare Wasser-Jets die das Boot auf eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h beschleunigen.
Was aber den Shotover River von Huka Falls und dem Waikato River unterscheidet ist der Shotover Canyon. Der Waikato River ist zwischen Huka Falls und dem Wasserkraftwerk, die die Jet-Boot Strecke begrenzen flach, relativ breit und das Wasser ist aufgrund der Regulierung des Flusses ein paar Meter unterhalb der Wasserfälle sehr ruhig.
Im Gegensatz dazu ist der Shotover River schmäler, führt flussabwärts des Startpunktes durch eine enge sich windende Schlucht (besagter Shotover Canyon) und flussaufwärts des Startpunktes über ein paar leichte aber deutlich spürbare Stromschnellen bis größere Felsen den Weg versperren.
Zum Glück hatten wir mit Curtis nicht nur einen erfahrenen Skipper (sieben Jahre als Bootsführer) sondern auch einen der Konstrukteure für diese an den Shotover River angepassten Jet-Boote.
Fun Fact an dieser Stelle (nicht von Curtis sondern unserer Busfahrerin von Te Anau nach Milford Sound aber hier passt es einfach besser) Jet-Boote sind ursprünglich die kreative Lösung für eine weit verbreitete Herausforderung in Neuseeland. Viele Flüsse hier sind sehr flach und schlängeln sich häufig in schmalen Kanälen durch weit verzweigte Flussbetten. Dabei können sie in relativ kurzer Zeit ihren Lauf innerhalb des Flussbettes verändern und häufig Sandbänke aufschütten und wieder abtragen.
Die trockenen Flussbetten sind für Allradfahrzeuge häufig zu uneben und die Flussrinnen sind für normale Boote mit Außenboarder zu flach.
Einer dieser Flüsse floss durch die riesige Farm von William Hamilton der in den 1940er und 50 Jahren die Idee eines Flachboden-Bootes angetrieben von Wasserstrahl Triebwerken zur technischen Reife brachte. Seither ist HamiltonJet eine der größten Firmen im Bereich Jet Antriebe.
Anders als bei Huka Falls Jet war es hier nicht erlaubt meine GoPro am Handgelenk festzumachen und zu filmen. Dankenswerterweise haben alle Shotover Jet Boote aber zwei Kameras an Board die das Geschehen aufzeichnen.