Tag 12 - 🌧️

Tag 12 - 🌧️

Heute gibt es wahrscheinlich nicht viel zu berichten und der Beitrag wird in zwei Teilen verfasst.

Am späten Vormittag machte ich mich auf Richtung Dotonbori um ein bisschen von der Atmosphäre mitzubekommen. Unterwegs machte ich kurz Halt beim Umeda Sky Building. Den Besuch der Dachterrasse ließ ich allerdings aus.

Kurzgefasst, der Andrang in der Ebisu Bashi Suji und der Shin Sai Bashi Suji Passage ist auch bei diesem Sauwetter enorm. Das mag daran liegen, dass die Passage, mit Ausnahme von ein paar Kreuzungen, überdacht ist.

Ähnlich wie der Gozilla-Kopf in Shinjuku, Tokio, gibt es auch in Osaka ein bekanntes Maskottchen, das es für Touristen zu finden gibt.
Entlang des Dotonbori-Kanals findet man ihn hier.

Den Glico Running Man.

Nach einer kurzen Stärkung ging es zurück ins Hotel, zum Austrocknen. Wenn mich die Motivation nicht komplett verlässt breche ich später nochmal auf, um die Abend-Atmosphäre einzufangen. Auf dem Plan stehen der Tsutenkaku Turm und, nochmals Dotonbori.

Mittagsmenü: Hiroshima-Style Okonomiyaki, Onigiri, Miso-Suppe, kleiner Salat und ein Getränk um umgerechnet 8€

Angesichts des Wetters werde ich wohl auch auf eine Bootsfahrt entlang des Kanals verzichten, angesichts der Tatsache, dass alle Kanal-Boote nicht viel von Regenschutz und Überdachung halten.

Bis dahin sind hier mal die bisherigen Eindrücke.

Siehe da, es gibt einen Teil zwei. Die Motivation konnte doch nicht flüchten.

Um 17:00 ging es zum Tsutenkaku (übersetzt in etwa "zum Himmel reichender Turm") und den ihn umgebenden Shinsekai Markt.
Der Turm steht in seiner heutigen Form seit 1956. Zuvor stand an dieser Stelle zwichen 1912 und 1943 ein etwas niedrigerer Turm, der als Vorbild eine Mischung aus Eiffelturm und Arc de Triomphe hatte. Dieser wurde jedoch 1943 durch einen Brand beschädigt und statt einer Reparatur wurde entschieden den Turm abzubauen und den Stahl für den Kriegsindustrie zu nutzen.

Bei der Fahrt hinauf läuft ein Video, das zu den Klängen von Also Sprach Zarathustra eine Sequenz abspielt, wie der Turm aus dem Boden zu seiner Höhe von 103 Metern wächst, umgeben von einer gewaltigen Rauchwolke, die an einen Raketenstart erinnert. Ich muss gestehen, ich war leicht verwirrt was die geplante Metapher sein sollte.

Die Aussichtsplattform besteht aus zwei Stockwerken und einer Freiluftplattform. Letztere war spärlich besucht, da es noch immer stark regnete und auf 87 Metern starker Wind wehte.

Diorama des alten Turmes. Die Seilbahn führte von einem nahe gelegenen Vergnügungspark direkt zum turm

Der Weg nach unten wurde im Aufzug mit einer Montage von Bildern aus der Geschichte des Turmes begleitet. Ob die Betreiber dafür die Titelmusik von Zurück in die Zukunft offiziell lizenziert haben wage ich jetzt nicht zu beurteilen.

Der umgebende Shinsekai Markt, war, vermutlich wetterbedingt, sehr spärlich besucht. Bis aus zwei oder drei Reisegruppen und ein paar einzelne kleinere Grüppchen war fast alles leer.

Nach einem kurzen Abendessen ging es weiter nach Dotonbori (was bequemerweise eine U-Bahn Station in Richtung Hotel liegt).

Anders, als am Nachmittag angenommen, gibt es überdachte Boote am Dotonbori Kanal. Man muss nur die richtigen Anlegestellen erwischen.
An dieser Stelle möchte ich auch meine Verwunderung über die Boots-Touren am inneren Burggraben von Osaka Castle relativieren.
Die Dotonbori Touren haben auch nur eine einfache Strecke zwischen zwei niedrigen Brücken von 650 Metern.
Eine Tour ist damit als 1,5 km lang und damit in etwa gleich lang wie die Osaka Castle Tour. Ich behaupte aber, dass man bei der Dotonbori Fahrt mehr sieht.

Nach einem kurzen Spaziergang entlang des Kanales (die meisten Leute drängten sich immer noch durch die überdachten Passagen während die Lokale entlang des Kanals fast leer waren) ließ der Regen zwar merklich nach aber da meine Schuhe ausgiebig durchnässt waren entschied ich mich den Rückweg ins Hotel anzutreten.

Im Hotel angekommen merkte ich, dass Poe (er wollte bei dem Wetter nicht mehr mit raus) gerade auf Smart-Ex, der Shinkansen-Buchungsplattform für West-Japan unterwegs war.
Auf die Frage, wie es mit dem morgigen Zug aussieht war er etwas kryptisch und antwortete nur mit dem Satz 電車(でんしゃ)はかわいい was ich mit meinem limitierten Japanisch-Wissen als der Zug ist niedlich übersetzen konnte.