Tag 19 -
Ähnlich wie in Hiroshima passte sich das Wetter der heutigen Stimmung an. Auf dem Plan stand der Peace Park Nagasaki und das Nagasaki Atomic Bomb Museum.
Am 9. August 1945 um 11:02 wurde Nagasaki die zweite Stadt und das bisher letzte Ziel eines Angriffs mit Nuklearwaffen.
Anders als Hiroshima, war Nagasaki nicht das geplante Hauptziel des Angriffs. Dieses Schicksal war ursprünglich für Kokura bestimmt, damals eine Industriestadt im Norden Kyushus und heute Teil der Großstadt Kitakyushu.
Da Kokura unter einer dichten Decke aus Rauch und Wolken nicht auszumachen war steuerte die Besatzung des Bombers das sekundäre Ziel, Nagasaki, an. Dort lag ebenfalls eine dicke Wolkendecke über der Stadt aber wenige Minuten bevor die Treibstoffreserven den Bomber zur Umkehr zwingen würden öffnete sich eine Lücke in den Wolken durch die Mitsubishi Stahl- und Waffenwerke erkennen und damit ihre Position für einen Abwurf bestimmen konnten.
Um zu vermeiden, "blind" zum eigentlichen Zielgebiet, etwa 3 km südöstlich, fliegen zu müssen entschied sich die Besatzung die Atombombe über den Vorstädten Matsuyamamachi und Urakami abzuwerfen.
Ebenfalls anders, als in Hiroshima, gibe es in Nagasaki kein markantes Bauwerk, wie den A-Dome. Deshalb entschied man sich in Nagasaki ein Mahnmal an der Stelle des Hypozentrums der Explosion zu errichten und den umgebenden Bereich in den Hypocenter Park zu gestalten.
Kleiner und weniger prominent als der Peace Park hat der Hypocenter Park für mich persönlich die stärkere emotionale Wirkung.
Zum einen steht in der Mitte des Parks ein schwarzer Steinturm der jene Stelle markiert über der in 500 Meter höhe sich die Explosion ereignete.
Zum anderen steht dort die Statue aus dem Titelbild "Peace Mother and Child Statue", die häufig als eine der bewegendsten Statuen beschrieben wird.
Vom Hypocenter Park gelangt man über eine lange Treppe oder eine ebenso lange Rolltreppe zum Peace Park Nagasaki.
Neben den drei Kernstücken des Parks findet man dort eine große Anzahl an Statuen, die von anderen Ländern (darunter auch ein paar die in dieser Form nicht mehr existieren) entworfen und gestiftet wurden um deren Verbundenheit mit Nagasaki auszudrücken.
Das erste Kernstück des Parks und das erste was man am oberen Ende der Treppe und Rolltreppe sieht, ist der Fountain of Peace, ein großer Springbrunnen, dessen Fontänen in der Form der Flügel einer Friedenstaube angeordnet sind.
Weiter im Park findet man die Friedensglocke, die an jedem neunten des Monats um 11.02. Am neuten August jeden Jahres findet eine Gedenkzeremonie statt in deren Rahmen um 11.02 die Friedensglocke und und Kirchen- sowie Tempelglocken in der Stadt mit einem Schlag geleutet werden. Danach gibt es im Abstand von 10 Minuten in drei Gruppen die Möglichkeit für Überlebende (Hibakusha), Kinder und internationale Gäste die Glocke zu leuten.
Das dritte Kernstück des Parks ist die Friedensstatue. Zehn Meter hoch und aus Bronze gefertigt steckt in dieser Darstellung sehr viel Symbolik.
Der rechte Arm zeigt nach oben um vor der Bedrohung durch Atomwaffen zu warnen. Der Linke Arm ist horizontal ausgestreckt um Ruhe und Frieden auszudrücken.
Ein Bein ist angezogen in einer Meditationshaltung, das andere steht am Boden, in der Bereitschaft für Frieden und eine bessere Zukunft aktiv zu werden.
Das Gesicht ist ruhig und die Augen sind zur Meditation oder zu einem Gebet geschlossen.
Ein paar Gehminuten vom Peace Park entfernt findet man schließlich das Nagasaki Atomic Bomb Museum.
Wie auch in Hiroshima wird hier versucht, den Horror des Atombombenabwurfs und der Folgen zu veranschaulichen. Das Ergebnis ist ebenso emotional verheerend wie der Besuch im Peace Memorial Museum Hiroshima. Daher auch hier wieder, keine Fotos.